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Dicht & Ergreifend sind Trendsetter der Unangepasstheit. In einer Gesellschaft aus Optimieren und Performern auf der Suche nach der noch geschliffeneren Aussprache geben sie keinen Fick… und rappen Dialekt. Wie so viele kreative Geister hat es George Urquell und Lef Dutti aus der niederbayerischen Provinz nach Berlin gezogen. Aber statt sich zu verleugnen, drehen sie den Spieß um. Und den Spree-Hipstern wird klar: Rap ist auch auf bayerisch geil! Wenn Haftbefehl es schafft, unverständlich deutsch zu sprechen und dafür gefeiert zu werden, warum soll das nicht auch bei Dicht & Ergreifend funktionieren? In Österreich und der Schweiz hat Mundart-Rap eh längst Charterfolge eingefahren.

Auf das erste Album „Dampf der Giganten“ von Dicht & Ergreifend haben viele gewartet. Von Anfang an ist die Crew auf einer Welle der Begeisterung gesurft: Ihr erster Videoclip „Zipfeschwinga“ wurde 2014 zum Youtube-Hit. Es folgten zwei Auftritte im Bayerischen Fernsehen und gemeinsame Konzerte mit LaBrassBanda, die im Freistaat ungefähr so bekannt sind, wie der FC Bayern. Die Crowdfunding-Kampagne zum ersten Dicht & Ergreifend-Album „Dampf der Giganten“ wurde regelrecht überrannt. Sie spielte am Schluss fast doppelt so viel ein wie geplant: 19.477 Euro statt den veranschlagten 10.000 Euro.

Gut angelegtes Geld, denn auf „Dampf der Giganten“ erweisen sich George Urquell und Lef Dutti als Dampfplauderer von epischem Ausmaß. Mit prollig-ironischem Charme packen sie ein Maximum an Schmarrn in kreative Reime und abseitige Vergleiche. Kostprobe: „Bei LSD im Kinderpunsch zahlt Dir kei‘ Versicherung und trotzdem möcht‘n alle morg‘n a Kind von uns.“ (Dampf der Giganten) Für den Flavour wird das Ganze gewürzt mit ein paar endangered bavarian terms alla „Pip in der Bappn“, was so viel heißt wie „Pfeife im Mund“. Mal geht’s um die Liebe („Forever Youngg’seY“), mal um eine betrunkene Ménage à trois und zwei kaputtgefahrene BMWs („Meier und Wimmer“), mal um eine dörfliche Kneipentour („Wandadoog“) mal um die Bayern-Rap-Legende DJ Spliff („da Spliff“), die auch Crew-Mitglied von Dicht & Ergreifend ist.

Bei aller Sympathie für Bayern schwingt bei Dicht & Ergreifend immer ein bisschen Kritik an der Engstirnigkeit in der Weißwurst-Nation mit. Ein Track wie „Imma No“ war nach dem Wohlfühlbajuwarismus der letzten Jahre lange überfällig. Endlich zeigt mal wieder jemand die schwarzbraune Kehrseite von weißblau auf. Und dann die Skits! Wer kommt schon drauf, in der Metzgerei 100g Vocalcuts zu bestellen? (Christl & Monika)

Und die Beats? Die klingen nach Zithermusik im Club („Meier und Wimmer“), nach Shantel auf Bayern-Besuch („Zipfeschwinga“) die meiste Zeit aber nach US-Rap der 90er und 00er Jahre, mal in der Gangsta- („Dampfplauder“), mal in der Soul-Variante („Imma No“). Zu fetten Beats, wabernden Synthies und knisternden Soulsamples veranstalten Lulle 68 und Phil Griagl auf fast jedem Track ein Tuba-Massaker. Und dieses bayerischste aller Instrumente kann neben „Um-ta-ta“, definitiv auch richtig bedrohlich klingen. Summa summarum: Wenn jemand Bayern-Rap endlich zum deutschlandweiten Durchbruch verhelfen kann, dann sind das Dicht & Ergreifend.

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