KIND KAPUTT Nach ihrer EP „Die Meinung der Einzelnen“ (2018) erschien im März 2019 mit „Zerfall“ (2019) das Debutalbum der Jungs. Das Album reiht sich in eine, erfreulicherweise in jüngster Zeit wieder erstarkte, Kerbe härterer Gitarrenbands aus Deutschland ein. Es unterscheidet sich aber in vielen Punkten von eben jenen und findet seinen ganz eigenen Sound. Neben den hymnenhaften Melodien sind es vor allem die Texte, die den eigenen Charakter der Platte unterstreichen.
Zwischen Genre-Bezeichnungen wie Alternative Rock und Post Hardcore oszillierend, gelingt es der Band, ihre ganz eigene Version dieser Klangästhetik zu formulieren. Die Musik wirkt dunkel, schwer und erschlagend. Darunter Gefühle wie Wut, Depression und Verzweiflung aber auch Sehnsucht und Hoffnung. Wie der Weg des Protagonisten in den Texten, so verlaufen auch die Songs in unbeständigen Bahnen: Zerberstende Ausbrüche, fragile Melodien und apathisch gesprochene Worte verschmelzen zu einem Gefühl und zu einer Ahnung davon, wie sich Existenz anfühlt, wenn man sie hinterfragt.

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APAATH Finden wir die Brutalität unserer Welt in den Abendnachrichten oder müssen wir dazu nur aus dem Fenster schauen? Apaath begegnen dieser Frage auf ihrem Debütalbum mit tiefschürfendem Biss. „Schere Zange Glück“ ist die scharfe Beschreibung menschlicher Entfremdung, die nicht in erster Linie auf große Systemkritik abzielt, sondern die kleinen und doch bedeutenden Zerwürfnisse unseres Alltags thematisiert. In überwältigendem und facettenreich inszeniertem Post-Hardcore vertont das Quartett aus Rügland pointiert alle Höhen und Tiefen seiner Geschichten, die in ihrer Direktheit manchmal auch die Absurdität unseres Daseins zur Schau stellen. Wer die Vertracktheit der späten Heisskalt und das Unmittelbare von Touché Amoré oder La Dispute schätzt, wird diese Band lieben.

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