Walking On Rivers

Walking On Rivers

Es brodelt etwas in diesen sechs Liedern ihrer Debüt-EP. OK, das ahnt man vielleicht schon, wenn man den Titel ›Time To Lose Control‹ liest. Aber trotzdem: Waren Walking On Rivers nicht diese melodische Indie-Folk-Band aus Dortmund, die bei so manchem Open-Air den perfekten Song für den Sonnenuntergang parat hatte? Die kaum mehr brauchte als ihre zugänglichen, hochmelodischen Songs und den weichen Gesang von David Laudage? Was ja schon eine ganze Menge ist – zugegeben, dennoch: Von den ersten Sekunden dieser EP an spürt man, dass bei Walking On Rivers in letzter Zeit eine Menge passiert ist. Man hört, dass diese immer noch zugänglichen, hochmelodischen Songs auf eine Weise schillern, die neu ist. Man spürt, dass unter der feinen Produktion und den verspielten Effekten eine Spannung herrscht, die man beim ersten Durchhören vor lauter Melodiebesoffenheit übersieht, bis dann die Lyrics ankommen. Man erkennt die Zweifel, die in diesem Texten erst seziert – und dann mit einem selbstbewussten Refrain verdroschen werden.

Mit dem Produzenten Sven Ludwig an ihrer Seite – der zum Beispiel mit OK Kid, Xul Zolar und Lina Maly arbeitete – fanden Walking On Rivers einen Sound, der ihre Roots erkennen lässt und zugleich weit darüber hinausweist. Als Referenzen fallen einem noch immer My Morning Jacket oder City And Colour ein, doch Walking On Rivers passen eher zum neuen Schwung im Indie-Game, der von Acts wie den Giant Rooks befeuert wird. Aber wie das immer so ist mit diesen Referenzen: Sie sind kaum mehr als eine Krücke, weil sie bei guten Bands eben nie so recht passen. Geht es am Ende um die Songs? Dann steht fest das Walking On Rivers nur gewinnen können. Oder um die Liveperformance? Noch ein fetter Pluspunkt. Überzeugt euch doch einfach selbst davon!