Wenn man beispielsweise das ansteckende „Someday“ von Paula & Karol, die erste Single des kommenden Albums „Heartwash“, das erste Mal hört und nicht viel weiß, denkt man: Da haben sich ein kanadisches Mädchen und ein polnischer Junge zusammengetan, um einen fröhlichen, poppigen Folksong zu singen. Dann aber fragt man sich: Was macht eine junge Frau aus Ontario in Warschau? Antwort: studieren. Wie ist sie Karol begegnet? Antwort: zufällig. Was wollte Karol von Paula? Antwort: Nach zehn Jahren in verschiedenen Rockbands war er auf der Suche nach einer Emmylou Harris für seinen inneren Bob Dylan, eine Laura Marling für seinen persönlichen Noah und dessen Wal. Die beiden setzten sich zusammen in die Küche, spielten auf Violine und Gitarre, schrieben ein paar Songs zusammen und stellten fest: Da klingt nichts nach Noah, Emmylou oder Bob, aber es klingt gut.

Vor allem aber ist Paula & Karol schon lange kein Duo mehr, sondern ein Bandprojekt, in dem jede Menge befreundeter Musikerinnen und Musiker aus Warschau zusammen Musik machen, sich beeinflussen, ständig die Instrumente wechseln, die Gesangslinien sich verbinden, kurz: ein einziges kreatives Chaos, aus dem die schönsten Lieder entwachsen und Liveshows zu tollen Partys werden. Es ist ein bisschen so, als träfe FM Belfast auf Mumford und seine Schwippschwäger aus Nashville, Tennessee. Mitsing-Melodien, großer Harmoniegesang, ein vielfältiges Instrumentarium und der ewige Wille zur Improvisation, der Drang, neue Klänge zu finden und auszuprobieren, durchzieht die musikalische Geschichte auf mittlerweile drei Alben (und das vierte ist ja schon auf dem Weg). Aber besonders live sind Paula, Karol und ihre polnische Gang jede Aufmerksamkeit wert.

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